Vorgeschichte von NRW und Meilensteine

Vorgeschichte von NRW

Als Teil Preußens
Seit 1815 waren große Teile des späteren Nordrhein-Westfalens unter dem Dach des Königreichs Preußen vereint. Das Gebiet des heutigen Landes lag dabei in einer westlichen Randlage. Preußen gliederte seine westdeutschen Gebiete neu und bildete 1815 die Provinz Westfalen mit der Provinzialhauptstadt Münster sowie 1822 die Rheinprovinz mit der Provinzialhauptstadt Koblenz. Wenngleich das Königreich Preußen die eigene Identität der Rheinländer und der Westfalen in gewissem Maße auch zuließ und förderte, so konnte dies die Bewohner allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich bei ihren Provinzen staatsrechtlich lediglich um unselbständige Regierungs- und Verwaltungsbezirke in einem großen, heterogenen Einheits- und Vielvölkerstaat handelte, welcher im fernen Berlin zentral regiert wurde.

Von 1815 bis zum Deutschen Krieg von 1866 war dieser souveräne Staat locker eingebunden in einen großdeutschen Staatenbund mit der Bezeichnung Deutscher Bund. Nachdem Preußen aufgrund des Sieges im Deutschen Krieg in den Annexionen von 1866 die territoriale Lücke zwischen dem am Rhein gelegenen neupreußisches Staatsgebiet und den altpreußischen Gebieten geschlossen hatte, bildete sich 1867 unter preußischer Vorherrschaft und nach preußischen Vorstellungen aus einem Militärbündnis souveräner norddeutscher Staaten der gleichnamige Norddeutsche Bund als Bundesstaat, der nach dem Deutsch-Französischen Krieg durch Beitritt süddeutscher Staaten im Jahre 1871 zum Nationalstaat namens Deutsches Reich erweitert wurde. Das Königreich Preußen war darin als nur noch teilsouveräner Gliedstaat integriert.

Nach dem Sturz seiner Hohenzollern-Monarchie im Jahre 1918 nahm Preußen die Staatsform eines republikanischen Freistaats an. Während dieser Umbruchphase nach dem Ersten Weltkrieg, die unsichere politische Verhältnisse hervorbrachte, rief der Beirat des rheinischen Teils der Zentrumspartei aus Furcht vor einem marxistisch geprägten Staat ab dem 4. Dezember 1918 zeitweise dazu auf, eine souveräne Rheinisch-Westfälische Republik zu gründen. Die 1919 in Kraft gesetzte Weimarer Verfassung klärte die politische Ordnung im Deutschen Reich, schwächte aber die Möglichkeiten der Einflussnahme des Freistaats Preußen auf die Politik des Deutschen Reichs.

Im Zusammenhang mit der Niederschlagung des Kapp-Putsches kam es 1920 zum Ruhraufstand. 1923 flammten noch einmal in verschiedenen Städten am Rhein, unter ihnen auch preußische Städte, separatistische Tendenzen zur Gründung einer Rheinischen Republik auf. Beim sogenannten Preußenschlag übernahm die Reichsregierung unter Franz von Papen 1932 staatsstreichartig die Regierungsgewalt über Preußen.

Innerhalb des Königreichs Preußen galten die früh industrialisierten Gebiete im Westen ials Vorreiter der Moderne . Auf der Grundlage von Kohlevorkommen und Montanindustrie sowie begünstigt die Liberalisierung der Rheinschifffahrt, die Anlage von Eisenbahnen und durch den 1833 gegründeten Deutschen Zollverein, der ab 1834 Deutschland in einen großen Binnenmarkt verwandelte, entwickelte sich insbesondere das Ruhrgebiet im Verlauf des 19. und des frühen 20. Jahrhunderts zu einem mächtigen Zentrum der Industrie. Der vormals ländlich und durch einzelne Handelsstädte geprägte Raum verschmolz zu einem der größten Ballungszentren der Welt. Um bestimmte öffentliche Aufgaben auf einer Planungsebene oberhalb der zahlreichen Kommunen des Ruhrgebiets besser steuern zu können, wurde erst 1920 der Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk gegründet. Eisenbahnunternehmen, Bergbau- und Industriebetriebe hatten bis dahin aber schon – oft mit dem Werkswohnungsbau im Gefolge, in disperser Struktur und weitgehend ohne eine koordinierende öffentliche Raumplanung – immer größere Areale des Raum an Ruhr und Emscher erworben, erschlossen und besiedelt. In der Gründerzeit avancierten die Krupp-Werke in Essen unter Alfred Krupp zum größten Industrieunternehmen Europas. Auch dank der dort hergestellten Technologie – Eisenbahnen und Kanonen – konnte Preußen im Deutschen Bund die Vormacht erringen und sich an die Spitze des Deutschen Reichs stellen.

Als Folge des Ersten Weltkrieges, dessen Kampfhandlungen das heutige nordrhein-westfälische Gebiet nicht direkt betrafen, besetzten die Alliierten Siegermächte auf der Grundlage des Versailler Vertrags bis 1930 Teile des Rheinlandes (Alliierte Rheinlandbesetzung) sowie zwischen 1923 und 1925 auch das gesamte Ruhrgebiet (Ruhrbesetzung), dessen strategische Bedeutung für die deutsche Wirtschaft, insbesondere für die Rüstungsindustrie, sehr hoch war. Im Anschluss daran blieb die Region bis 1936 demilitarisiert.

Nationalsozialistische Diktatur und Zweiter Weltkrieg
Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 konnte sich Adolf Hitler, seit Januar 1933 Reichskanzler, die Regierungsverantwortung im Deutschen Reich durch eine parlamentarische Mehrheit seiner NSDAP zusammen mit den Stimmen der deutschnationalen Kampffront Schwarz-Weiß-Rot sichern. Das Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens zeichnete sich bei den letzten Reichstagswahlen durch unterdurchschnittliche NSDAP-Stimmenanteile aus. Große propagandistische Bedeutung für die NSDAP und die Reichstagswahl 1933 hatte aber die Landtagswahl in Lippe vom 15. Januar 1933, die der NSDAP dort enorme Stimmenzuwächse bescherte.

Gemäß seiner totalitären nationalsozialistischen Staatsidee stufte Hitler kurz darauf die Länder, somit auch die Freistaaten Preußen und Lippe, durch Gesetze zur Gleichschaltung, die bereits Ende März und Anfang April 1933 beschlossen wurden, zu politisch bedeutungslosen Hüllen innerhalb des nunmehr diktatorisch gelenkten Deutschen Reiches herab. Gegen die Entmilitarisierung des Rheinlandes, die im Versailler Vertrag für die Zeit ab 1935 vorgesehen war, verstieß er, indem er deutsche Streitkräfte 1936 ins Rheinland einmarschieren ließ (Rheinlandbesetzung).

Juden, politische Gegner, ethnische Minderheiten, Homosexuelle und andere Gruppen wurden unterdrückt und verfolgt. Aufgrund der nationalsozialistischen Rassenideologie wurden insbesondere jüdische Bewohner, die nicht rechtzeitig geflohen waren, auch in Westfalen, im Rheinland und in Lippe fast vollzählig deportiert und ermordet.

Für die Aufrüstung des Deutschen Reiches hatten die industriellen Zentren an Rhein und Ruhr erhebliche Bedeutung. Daher flogen die Alliierten im Verlauf des Zweiten Weltkrieges schwere Luftangriffe auf das Ruhrgebiet und die anderen Zentren des Landes. Ein besonders groß angelegter Luftangriff fand im Mai 1942 unter dem Decknamen Operation Millennium auf Köln statt. Den von Westen her vorrückenden Alliierten gelang ab 1944 die Einnahme nordrheinischer Städte, zuerst Aachen in der Schlacht um Aachen. Versuche der Wehrmacht, im Rheinland und in Westfalen die Alliierten zurückzuwerfen, misslangen. Besonders verlustreich für beide Seiten war die Schlacht im Hürtgenwald. Durch die Operation Plunder gelang den Alliierten die Überschreitung des Niederrheins. Der Ruhrkessel endete 1945 mit der Einnahme des Ruhrgebiets durch alliierte Verbände. Flächenbombardements nach der Area Bombing Directive und der Bodenkrieg, der ab Ende 1944 bis April/Mai 1945 im heutigen Landesgebiet stattfand, führten zu einer hohen Zahl von Opfern unter der Zivilbevölkerung und zu einer fast völligen Zerstörung der industriellen und städtischen Kerne im Rheinland und in Westfalen. Beide preußischen Provinzen sowie Lippe wurden gemäß den Vereinbarungen der Alliierten auf der Konferenz von Jalta von den Briten besetzt.

Dieser Text basiert auf dem Artikel Geschichte Nordrhein-Westfalens aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Vom Wiederaufbau bis zur digitalen Kommunikation konkretisiert
am Beispiel von NRW, Düsseldorf und Mannesmann (1945 – 2015)

Deutsche Geschichte ist seit 1945 vor allem Wirtschaftsgeschichte. Nichts hat den westdeutschen Staat und das Industrieland Nordrhein-Westfalen stärker geprägt als seine wirtschaftliche Entwicklung.

Diese Homepage widmet sich der Entwicklung der Wirtschaft von Nordrhein-Westfalen bis zur Gegenwart. Am Beispiel eines Technologiekonzerns zeichnet sie den Weg nach vom industriellen Wiederaufbau über die Verlagerung des ökonomischen Gewichts von der Produktion auf den Dienstleistungssektor bis zur digitalen Revolution.

 

Nordrhein-Westafalen

  • 1945 bis 1961
    Wiederaufbau, Einführung der D-Mark und soziale Marktwirtschaft sind die Schlagworte dieser Jahre in der Bundesrepublik.
  • 1961 bis 1989
    Liberale Wirtschaftspolitik der „Nichteinmischung“ beschert dem Land ein „Wirtschaftswunder“, verbunden mit einer Orientierung nach Europa.
  • 1990 bis 1999
    Nach der Vereinigung von BRD und DDR erfolgt der Aufbau Ost. Globalisierung, die Informationstechnologie und ein Erstarken der Kapitalmärkte kennzeichnen die 1990er.
  • 2000 bis 2015
    Die EU-Erweiterung und Krisen (Finanzkrise in den USA, EURO-Krise, Staatsschuldenkrise und die damit verbundene Bankenkrise) sin die beherrschenden Themen

Düsseldorf

  • 1945 bis 1961
    Wiederaufbau, Einführung der D-Mark und soziale Marktwirtschaft sind die sind die Schlagworte dieser Jahre in der Bundesrepublik.
  • 1961 bis 1989
    Internationalisierung der Wirtschaft verbunden mit dem Ausbau des Düsseldorfer Flughabens zum Airport für NRW.
  • 1990 bis 1999
    Die Globalisierung prägt das Bild der großen Konzerne. Die Digitalisierung erfasst sämtliche Bereiche.
  • 2000 bis 2015
    Umstrukturierungen in den Konzernen beschäftigen die Wirtschaft und städtebauliche Maßnahmen bestimmen das Stadtbild Düsseldorfs. Düsseldorf ist eine beliebt Einkaufs- und Messestadt und seit 2007 schuldenfrei.

Mannesmann

  • 1945 bis 1961
    – Demontage, Entflechtung und Wiederzusammenschluss
    – Vom Rohrhersteller zum Montankonzern
    – Modernisierung und Exportorientierung
  • 1961 bis 1989
    – Diversifizierung eines internationalen Montankonzerns
    – Umbau zum Technologierkonzern durch Erwerb von Unternehmen im In- und Ausland
  • 1990 bis 1999
    Ausbau des Konzerns durch Firmengründungen im Inland (z.B. Mobilfunk) und weiterer Erwerb von Unternehmen im In- und Ausland
  • 2000 bis 2015
    2000 – Eingliederung der Mannesmann AG in die Vodafone Group und Verkauf von Konzernbereichen bis auf Mobilfunk D2
    2001 – Umfirmierung in Vodafone und Stärkung des Mobilfunkbereichs mit linksrheinischer Zentrale in Düsseldorf-Herdt

Literatur: „Kleine Wirtschaftsgeschichte von Nordrhein-Westfalen“ von Susanne Hilger im Greven Verlag Köln

An der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität liefen die Fäden für die erste Wirtschaftsgeschichte des Landes NRW zusammen.

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis:

  • Das Rheinland und Westfalen als Wirtschaftsstandort
  • Nordrhein-Westfalen auf dem Weg zum Zuwanderungsland
  • Strukturwandel
  • Vielfalt als Schlüsselkompetenz
  • Das Energieland Nordrhein-Westfalen
  • Wirtschaft ist Wandel

Deutschland 1945-1957

Deutschland zwischen Besatzungszonen und Zwei-Staaten-Lösung

Link zur Homepage

Meilensteine Wirtschaftsgeschichte BRD und NRW

Meilensteine Wirtschaftsgeschichte BRD

1945 bis 1961 Deutschland war besetzt und in Vier Besatzungszonen aufgeteilt

Wiederaufbau

Deutschland war besetzt und in vier Besatzungszonen aufgeteilt, die von sowjetischen, britischen, US-amerikanischen und französischen Militärbehörden verwaltet wurden. Berlin war ebenfalls in vier Sektoren aufgeteilt. Die Alliierten hatten auf der Potsdamer Konferenz Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Demokratisierung und Dezentralisierung als gemeinsame Ziele festgelegt. Doch die Einheit der Besatzungsmächte zerbrach bald. Mit dem wachsenden Gegensatz zwischen den Westmächten und der Sowjetunion wurde auch die Grenze zwischen den westlichen Zonen und der Ostzone immer endgültiger. Nach Einführung der D-Mark im Juni 1948 und der Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) erlebte Westdeutschland ab den 1950er Jahren ein „Wirtschaftswunder„, das etwa zwei Jahrzehnte andauern sollte. Darüber hinaus schuf die Bundesrepublik in den 1950er Jahren gemeinsam mit fünf anderen westeuropäischen Ländern durch die Gründung der Montanunion und der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft die Voraussetzungen für das ökonomische und politische Zusammenwachsen Westeuropas.

Gleichzeitig beginnt der Ost-West-Konflikt. Während der Berlin-Blockade (Juni 1948 bis Mai 1949) versorgen die Westmächte Westberlin über eine Luftbrücke.

Vorgeschichte

 Das Rheinland und Westfalen als Wirtschaftsstandorte seit dem 19.Jahrhundert

 Vor dem Hintergrund der voranschreitenden Industrialisierung formiertem sich seit der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts Wirtschaftsverbände und –vereine, z.B. der 1847 gegründete „Rheinisch Westfälische Handels- und Gewerbeverein“. Dabei ist auffällig, dass die spätere Landeshauptstadt Düsseldorf bereits seit den 1860er Jahren Ihre Funktion als repräsentativer Verwaltungsstandort auch für wirtschaftliche Belange wahrnahm.

1945 bis 1961

Stichworte
  • Besatzung
  • Währungsreform
  • Montanunion + EWG
  • Ludwig Erhard
  • Soziale Marktwirtschaft
  • 1 Mio. Gastarbeiter
  • Montanmitbestimmung

1961 bis 1989 Eine liberale Wirtschaftspolitik der „Nichtintervention“

Von der liberalen zur keynesianischen Wirtschaftspolitik und zurück

Die Bundesregierungen verfolgten seit der Gründung der Bundesrepublik eine liberale Wirtschaftspolitik der „Nichtintervention“. Sie sollte die freie Entfaltung der Wirtschaftskräfte ermöglichen und damit „Wohlstand für alle“ schaffen. 1966 überraschte erstmals ein Konjunktureinbruch die Bundesrepublik, der schließlich zum Rücktritt des Kabinetts Erhard im November 1966 beitrug. Dem politischen Wechsel zur „Großen Koalition“ aus CDU und SPD folgte auch eine Wende zu einer Wirtschaftspolitik keynesianischer Prägung. Der neue Wirtschaftsminister Karl Schiller führte schon am Beginn seiner Amtszeit eine „Konzertierte Aktion“ ein, bei der Vertreter von Regierung, Bundesbank, Unternehmen und Gewerkschaften gemeinsam Verantwortung für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung übernehmen sollten. Mit dem „Stabilitätsgesetz“ schuf die Regierung die gesetzliche Grundlage, um regulierend in den gesamtwirtschaftlichen Ablauf einzugreifen. Die Politik der sog. Globalsteuerung sollte Wachstum, Geldwertstabilität, den Ausgleich der Zahlungsbilanz und einen hohen Beschäftigungsstand unterstützen, konnte aber die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage letztlich nicht überwinden. Höhepunkt der Krise waren die globalen Ölpreisschocks der 1970er Jahre. 1975 wurde das wirtschaftlich schlechteste Jahr seit Bestehen der Bundesrepublik. Arbeitslosenquote, Inflationsrate und öffentliche Verschuldung stiegen kontinuierlich. Nach

82/83 wandte sich die Regierung Kohl wieder einer eher liberalen Wirtschaftspolitik zu und konnte zumindest bis 1990 die Staatsverschuldung reduzieren und die Inflationsrate senken. Die Arbeitslosenquote verharrte jedoch auf hohem Niveau.

Meilensteine Wirtschaftsgeschichte NRW

Strukturwandel als Erfahrung in NRW
  • Vorm Wiederaufbau zum Wirtschaftswunder
  • Altindustrielle Hypotheken
  • NRW als Zuwanderungsland
  • Der Arbeitsmarkt als Indikator des Strukturwandels
  • NRW als „Exportmeister“
Von der Monostruktur zum Branchenmix
  • Landwirtschaft
  • Textilindustrie
  • Montanindustrie
  • Chemieindustrie
  • Maschinenbau
  • Fahrzeugbau
  • Handel und Dienstleistungen
  • Marken „made in NRW“
  • Umweltschutz

1961 bis 1989

Schlagworte
  • Wirtschaftswunder 1961
  • 1966 erster Konjunktureinbruch
  • Konzernbildungen
  • Wirtschaftskrise
  • Industrialisierung
  • EG-Richtlinien
  • Fall der Mauer 1989
  • Bildschirmarbeitsplätze
  • EU-Patentamt
  • Stahlwerkschließungen
  • Hochtechnologie Roboter
  • G 7 1977
  • Herstatt-Pleite
  • Die erste Ölkrise
  • Grenzen des Wachstums
  • 1972 Zechensterben im Ruhrgebiet

1990 bis 1999

Nach der Wiedervereinigung 1990 sollten die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen der neuen Bundesländer schnell an die Verhältnisse der alten Bundesländer angeglichen werden

Globalisierung

Nach der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 sollten die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen auf dem Gebiet der Früheren DDR schnell an die Verhältnisse in der alten Bundesrepublik angeglichen werden. Für die Staatsunternehmen in den fünf neuen Bundesländern bedeutete dies eine zügige Privatisierung, die von der bereits Anfang 1990 errichteten Treuhandanstalt in die Wege geleitet werden sollte. Die optimistischen Erwartungen erfüllten sich nicht. Vielmehr kam es zunächst zu einem Zusammenbruch der ostdeutschen Industrie mit hoher Arbeitslosigkeit, was Transferleistungen aus dem Westen in ungeahntem Umfang nötig machte. Gleichzeitig wurde auf europäischer Ebene durch den Maastrichter Vertrag (1992) die Verwirklichung einer umfassenden Wirtschafts- und Währungsunion vorangetrieben.

Die 1990er Jahre waren in besonderem Maße durch die Globalisierung, den Abbau von Handelshemmnissen, den Durchbruch der Informationstechnologie und ein Erstarken der Kapitalmärkte gekennzeichnet. Die Aufbruchstimmung an den Aktienmärkten schlug sich in Deutschland beispielsweise in der Privatisierung der Deutschen Bundespost und anderer bisher in Staatsbesitz stehender Unternehmen nieder. Unternehmen der Bio-, Informations- und Kommunikationstechnologien — an der Börse vorwiegend in dem Segment „Neuer Markt“ notiert — erlebten einen beispiellosen Aufschwung. Bei der Unternehmensführung der börsennotierten Gesellschaften verbreitete sich das Modell des „shareholder value“, d.h. einer Fokussierung unternehmerischer Entscheidungen auf die Steigerung des Unternehmenswerts aus Sicht der Aktionäre. Die deutsche Kultur des Interessenausgleichs zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern wurde dadurch teilweise zurückgedrängt.

Das Energieland NRW
  • Von den fossilen Energieträgern zum Energie-Mix
  • Erneuerbare Energien

1990 bis 1999

Schlagworte
  • Zusammenbruch der DDR
  • Globale Vernetzung
  • Internationalisierung der Arbeit
  • Erster Windpark
  • Werftenkrise
  • Aufbau Ost

seit 2000

Die Aktienhausse der 1990er Jahre ging zu Ende. Es folgten eine Finanzkrise – ausgelöst in den USA – und eine Staatsschulden und Banken- Krise in den EURO-Staaten

Die Krisen

Mit Beginn des 21. Jahrhunderts ging die Aktienhausse der 1990er zu Ende. Bei vielen Unternehmen verflüchtigten sich die zum Teil spekulativ überhöhten Kurse und vernichteten Kapital in Milliardenhöhe. Zusammenbrüche von Großunternehmen sowie Bilanzfälschungen und Betrügereien erschütterten das Vertrauen in Unternehmensführung und Kapitalmärkte. Dennoch wuchs die Bedeutung der Kapitalmärkte für die Unternehmensfinanzierung und als zusätzliche Säule der Altersversorgung weiter. National und international sahen sich die Gesetzgeber daher zum Handeln gezwungen, um das Vertrauen der Anleger in die Kapitalmärkte wiederherzustellen. Mit zahlreichen Gesetzen veränderten Bundesregierung und Bundestag – zum Teil auf europarechtliche Vorgaben reagierend – seit 2000 die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit der Unternehmen  grundlegend.

Schlagworte
  • Firmenzusammenbrüche:
    Balsam-Procedo, Metallgesellschaft, Enron, Worldcom, Xerox, Parmalat, Ahold
  • Einführung des EURO
  • Internationale Bilanzen
  • EU-Erweiterung um 10 Staaten
  • G 8
  • China
  • Finanzkrise in den USA ausgelöst
  • Staatsschuldenkrise, EURO- Krise und Bankenkrise

Deutschlands Staatsschulden nach 1945

Hohe Wachstumsraten in den fünfziger und frühen sechziger Jahren brachten stark steigende Staatseinnahmen, die Schuldenquote betrug nur etwa 20 Prozent des BIP. Seit den späten sechziger Jahren gab es einen Paradigmenwechsel in der Finanzpolitik hin zu einer keynesianischen Nachfragesteuerung, die bewusst Defizite in Kauf nahm. Einen starken Anstieg von 40 auf 60 Prozent brachte die Wiedervereinigung. In der jüngsten Krise (nach 2000) sprang sie nun erstmals über 80 Prozent. Es besteht die Gefahr, dass die Staatsfinanzen nicht mehr nachhaltig sind. Die Schuldenbremse, die von 2016 (Bund) und 2020 (Länder) greifen soll, hat ihre Bewährungsprobe noch vor sich.

FAZIT

Insgesamt kann der unternehmerische Beitrag zur kulturellen und sozialen Identität einer Region und ihrer Bevölkerung nicht hoch genug veranschlagt werden.

Quellen:

  • „75 Jahre Wirtschaftsprüfer im IDW 1932 – 2007“ Herausgeber „Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e.V.
  • Text aus „Kleine Wirtschaftsgeschichte von NRW“ von Susanne Hilger 2012
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