Minden-Ravensberg

Minden-Ravensberg war eine von 1719 bis 1807 bestehende preußische Verwaltungseinheit im nordöstlichen Westfalen. Sie fasste die Reichsterritorien Fürstentum Minden und Grafschaft Ravensberg zusammen. Verwaltungssitz war Minden, größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum Bielefeld. Der Begriff war bis ins 20. Jahrhundert, und ist vereinzelt bis heute, als Regionalbezeichnung für das nördliche Ostwestfalen lebendig.

Geschichte

Die Reichsterritorien Ravensberg (nebst der Stadt Herford) und Minden waren im 17. Jahrhundert an die Kurfürsten von Brandenburg gelangt. Die brandenburgischen Herrscher, die seit 1701 Könige in Preußen waren, bemühten sich, ihren zwischen Niederrhein und Ostpreußen verstreuten Territorialbesitz zu einem einheitlichen Staatswesen zusammenzuschweißen und umfassend zu modernisieren. In diesem Zusammenhang erfolgte auch die Bildung Minden-Ravensbergs 1719.

1722 wurden die Verwaltungsaufgaben einer gemeinsamen Regierung, der Kriegs- und Domänenkammer zu Minden, übertragen. Formal bestanden zwar beide Territorien mitsamt ihrer Gliederung in Ämter und Vogteien weiter, verwaltungstechnisch bedeutsamer wurden aber die sich nach 1722 herausbildenden vier landrätlichen Bezirke (jeweils zwei für Ravensberg und Minden), denen jeweils ein Landrat vorstand. Der preußische Staat förderte Leinenherstellung und -handel, so dass sich das Gebiet rasch zu einer dichtbesiedelten, protoindustriellen Gewerberegion mit Bielefeld als Wirtschaftszentrum entwickelte.

 

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