Jülich-Zülpicher Börde

Die Jülich-Zülpicher Börde (auch Niederrheinische Lössbörden) ist eine Landschaft im Rheinland in Nordrhein-Westfalen am Nordrand der Eifel. Sie bildet den westlichen, linksrheinischen Teil der Niederrheinischen Bucht ohne die eigentliche Kölner Bucht, von der sie sich durch den Höhenzug der Ville abgrenzt. Sie teilt sich in die Jülicher Börde um Jülich im Norden und die Zülpicher Börde um Zülpich im Süden, die durch das Waldgebiet der Bürge voneinander getrennt werden und beide naturräumliche Haupteinheiten der Niederrheinischen Bucht darstellen.

Die Jülich-Zülpicher Börde umfasst Gebiete der Kreise Euskirchen, Düren, Rhein-Erft-Kreis und Teile des Rhein-Sieg-Kreises, des Kreises Heinsberg und der Städteregion Aachen. Die beiden Börden werden auch als Rheinische Bördenzone bezeichnet.

Der Norden der Jülicher Börde um Erkelenz wird lokal auch Erkelenzer Börde genannt.

Heutige Nutzung

Neben dem Getreideanbau hat der Anbau von Zuckerrüben und, bei weniger Lössbedeckung, von Kartoffeln in der Börde eine große Bedeutung. Die lokale Weiterverarbeitung durch zahlreiche Zuckerfabriken verlor aufgrund von Konzentrations- und Marktbereinigungsprozessen an Bedeutung.

Neben der agrarischen Nutzung hat der Braunkohle­tagebau im 20. Jahrhundert hier zum Teil erhebliche landschaftliche Veränderungen bewirkt. So fällt dem Tagebau Hambach derzeit das letzte große Waldgebiet der Börde, der Bürgewald (Hambacher Forst), zum Opfer. Weithin sichtbar ist die Abraumhalde des Tagebaus Sophienhöhe. Unterhalb von Nörvenich lagern im Isweiler Feld (Erp/Irresheim) noch 1,396 Milliarden m³ Braunkohle, die bisher noch nicht erschlossen wurden.[10]

Seit den 1990er Jahren entstanden mehrere Windparks zum Zweck einer umweltfreundlicheren, ressourcenschonenden Stromgewinnung.

Die Nähe zu den Ballungsräumen Köln/Bonn, Aachen, Neuss/Düsseldorf und Mönchengladbach führt zu einer zunehmenden Zersiedlung der Bördelandschaft. Dazu kommt, dass die wegen des Tagebaus abgerissenen Ortschaften an anderer Stelle in der Börde neu errichtet wurden. Insbesondere die Siedlungsgebiete um Bergheim, Kerpen, Erftstadt und Jülich sind in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen. Ein Teil der Naturlandschaft zwischen diesen Städten wurde im Naturpark Rheinland zusammengefasst und als Erholungsraum für die nahen Ballungsgebiete touristisch erschlossen.

 

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