Dr. August Oetker KG

Wiederaufbau in der Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Gebäude zu rund 40 % zerstört, die nötigen Rohstoffe fehlten. Oetker versuchte die Fabriken auszulasten indem sie die Produktion erweiterten und auch Gewürz- und Teetabletten sowie Mottenpulver produzierten. In der Druckerei Gundlach konnten bald wieder ein paar Maschinen anlaufen, und man druckte dort Lebensmittelmarken.

Rudolf-August Oetker übernahm im September 1947 den Betrieb in Bielefeld, nachdem er aus dem britischen Internierungslager Staumühle entlassen worden war und wieder der Unternehmensleitung zur Verfügung stand.

Mit dem Anstieg der Kaufkraft nach der Währungsreform vom 20. Juni 1948 stieg in den westlichen Besatzungszonen Deutschlands auch die Nachfrage. Die Produktion der Wirtschaft erreichte zum Jahresende 1948 fast 80 % vom Vorkriegsniveau. Im Jahre 1950 verkaufte Oetker 400 Millionen Päckchen Backpulver und 350 Millionen Päckchen Puddingpulver; es zahlte sich jetzt aus, dass Oetker in die Werbung investiert hatte und die Marke bei den Kunden bekannt war.

Diversifikation und Internationalisierung der Unternehmensgruppe

Rudolf-August Oetker engagierte sich neben dem Nahrungsmittelgeschäft auch in anderen Branchen. Diese Diversifikation sollte Risiken ausgleichen. Sein Stiefvater Kaselowsky hatte schon 1936 ein Viertel der Aktien der Reederei Hamburg-Südamerikanische Dampfschifffahrtsgesellschaft gekauft und damit erstmals außerhalb des Kerngeschäfts investiert.[RJ 16] Im Jahre 1949 wurde diese Beteiligung auf 49 % des Kapitals ausgebaut. Danach wandelte Oetker die Reederei in eine Kommanditgesellschaft um und nutzte von 1950 bis 1954 die steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten, wonach die Kredite, die von der Nahrungsmittelsparte an die Reederei für den Neubau von Schiffen gegeben wurden, die Gewinne aus der Herstellung von Nahrungsmitteln rechnerisch vermindern konnten und sich dadurch die Steuerlast verringerte. Als Mitte der 1950er Jahre bei den haftenden Eigentümern der Generationswechsel anstand, ließ sich Oetker eintragen, sodass ihm dann die Reederei zur Gänze gehörte.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges übernahm Oetker ein Aktienpaket am renommierten Hotel Brenner in Baden-Baden. In den 1960er Jahren erwarb Oetker Beteiligungen an der Dortmunder Actien-Brauerei, der Binding-Brauerei und Berliner Kindl und später weitere Brauereien, die in der Radeberger Gruppe zusammengefasst wurden. 1958 erwarb Oetker die Sektkellerei Sohnlein und 1986 die Sektkellerei Henkell, die zu einem eigenen Unternehmensbereich im Getränkebereich ausgebaut wurde.

Als Nachfolger seines Vaters leitete August Oetker von 1981 bis 2009 als persönlich haftender Gesellschafter das Unternehmen, weiterer Komplementär war in dieser Zeit Guido Sandler. Während Rudolf-August Oetker für die Diversifikation der Unternehmensgruppe stand, setzte sein Sohn auf die Internationalisierung der Geschäfte der Oetker-Gruppe. Haupttätigkeitsfeld ist dabei, mit Ausnahme der Schifffahrt, Europa. Seit 2015 gehört die mexikanische Firma D’Gari, dort führenden Hersteller von Gelatineprodukten wie Götterspeise, zum Konzern.

Verantwortlich für Strategie und Ausrichtung der Gruppe ist die dreiköpfige Gruppenleitung, deren Mitglieder zugleich für je einen der Geschäftsbereiche Verantwortung tragen.

 

Dieser Text basiert auf dem Artikel  Portal:  Dr. August Oetker KG aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

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