Aachener Revier

Das Aachener Revier ist der nordöstliche Teil des limburgischen Kohlereviers, das sich von Belgien über die Niederlande bis in die Täler von Wurm und Inde nach Deutschland erstreckt. Andere Namen sind – je nach Sichtweise – Aachen-Hückelhovener Revier (wegen der geografischen Ausdehnung) oder Aachen-Eschweiler Revier (wegen des EBV). Wenn auch in erster Linie Steinkohle das Revier prägte, so werden auch die Lagerstätten und der Abbau der Blei-, Cadmium-, Eisen- und Zinkerze im Raum Eschweiler-Stolberg hinzugezählt.

Ebenso können die Braunkohlentagebaue im Bereich Eschweiler / Inden und Herzogenrath zu diesem Bergbaurevier gezählt werden.

Zeitalter der Industrialisierung

1841 wurde die Eisenbahnverbindung Köln-Aachen der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft fertiggestellt und 1853 die Bahnstrecke Aachen–Mönchengladbach eröffnet. Damit boten sich neue Absatzwege für die Kohle des Reviers über die Rheinhäfen Neuss und Köln. Zugleich stand die Produktion aber auch in Konkurrenz zur Steinkohle des Ruhrgebiets und der Kohle des Lütticher Raumes.

Die Zahl der im Lauf der Jahrhunderte betriebenen Gruben ist nicht genau festzustellen. Im 19. Jahrhundert konzentrierten sich die Besitzverhältnisse zunehmend in der Hand weniger Bergwerksvereine und Aktiengesellschaften. Die führende Rolle spielte dabei der 1834 von Christine Englerth gegründete Eschweiler Bergwerksverein (EBV). Dieser war auch Hauptaktionär des 1842 gegründeten „Pannesheider Bergwerksvereins“. Dieser wiederum verschmolz bis 1858 mit der 1836 gegründeten „Vereinigungsgesellschaft für Steinkohlenbau im Wurmrevier“, sodass der EBV auch hier zunehmend Einfluss gewann und schließlich 1907 mit der Vereinigungs-Gesellschaft fusionierte. Daneben förderten als neue Konkurrenten im Revier seit 1914 die Zeche Sophia-Jacoba an der Rur Steinkohle und 1919 nahm die Grube Carolus Magnus in Übach-Palenberg die Förderung auf. Die 1921 ihren Betrieb aufnehmende Grube Carl Alexander in Baesweiler wurde 1965 vom Eschweiler Bergwerksverein übernommen.

1930 geschah das Grubenunglück von Alsdorf, das 271 Todesopfer forderte. Während des Zweiten Weltkrieges starben schätzungsweise 850 Zwangsarbeiter im Aachener Revier.

 

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